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Im PortraitSven Sindt
Die Glitzer- und Glamourwelt ist für Sven Sindt mehr schöner Schein als Sein. Und so räumt der Promi-Fotograf aus Kiel im Interview mit gängigen Vorstellungen vom coolen Fotografenleben auf und macht klar, dass man trotz bahnbrechender Erfolge der Junge von nebenan bleiben kann |
![]() Promi-Fotograf Sven Sindt (re.) und Hamburgs Skandalrocker Udo Lindenberg (li.) haben sich die dekadente Zigarre nach den Shooting-Strapazen verdient! |
TANGO: Sie bewegen sich wie selbstverständlich in der Welt der Stars und Sternchen, schmöken schon mal eine Zigarre mit Udo Lindenberg. Können Sie sich vorstellen, die Kamera mal NICHT mehr wegzulegen und ihr cooles Leben für eine Art Tagebuch abzufotografieren?
SVEN SINDT: Nein, und ich finde auch nicht, dass die Glitzer- und Glamourwelt so spannend ist, wie man gemeinhin annimmt. Man trifft sich einfach, um Fotos zu machen, danach sieht man sich für lange Zeit gar nicht. Die Zigarre mit Udo Lindenberg war direkt nach dem Shooting – wir treffen uns nicht privat, um Rezepte auszutauschen.
Und wie aufregend sind die Shootings?
Auch die sind in keinster Weise verrückt. Es wird vielmehr im Vorfeld alles gut durchdacht. Es werden eine oder mehrere Locations ausgewählt, und dann wird gearbeitet. Viele Künstler sind auch gar nicht so begeistert von dem Vorhaben, fotografiert zu werden. Die sind froh, wenn alles schnell und professionell abläuft.
Wie bringen Sie die, die nicht gleich Feuer und Flamme fürs Fotografieren sind, dazu, das zu tun, was Sie wollen?
Das lässt sich schwer in einer Art „Gebrauchsanweisung“ formulieren, denn die Situation ist jedes Mal eine andere.
![]() Die Band Juli bei der „Kaffeepause“ |
![]() Die beiden Plastikfeuerzeuge sind schlicht, ziehen uns aber dennoch in ihren Bann – eines von Sven Sindts Lieblingsfotos! |
Die meisten Celebrities lassen sich ja auch mit Kusshand von Ihnen ästhetisch fotografieren und rennen ihnen die Türe ein. Könnten Sie sich eigentlich auch das Umgekehrte vorstellen, sprich als Paparazzi für Schnappschüsse mal hinter ihnen her zu jagen?
Das wäre ehrlich gesagt mein schlimmster Albtraum. Für solche Aktionen bin ich nun wirklich nicht der Typ!
An welches Shooting errinnern Sie sich besonders gerne?
An das Shooting mit Dave Gahan in New York, denn ich bin ein großer Depeche Mode-Fan.
Wie haben Sie die Arbeit mit Dave erlebt? Haben Sie gleich versucht, ihm Konzertkarten abzuluxen?
Nein, denn wir hatten nur zwei Stunden und bei einem solch knappen Zeitfenster möchte man lieber so viel wie möglich fotografieren. Die Begegnung an sich war super! Ich bin mit der Musik von Depeche Mode aufgewachsen und die Band hatte sogar maßgeblichen Einfluss auf meine Berufswahl. Als 16jähriger beschloss ich nach einem Konzert, Fotograf zu werden.
![]() „Die Arbeit mit den Jungs von Scooter ist klasse! Das könnte an unserer Gemeinsamkeit liegen, oft ausschweifend zu feiern“, schmunzelt Sven Sindt |
![]() An sein Shooting mit Dave Gahan erinnert sich Sven Sindt gerne zurück |
Wen möchten Sie unbedingt noch fotografieren?
Depeche Mode hätte ich gerne mal als Band vor der Linse. Zudem Robert De Niro, Al Pacino … Die Liste ist lang! Sie weiterzuführen, würde diesen Rahmen sprengen.
Haben Sie Vorbilder?
Ich mag die Fotos von Danny Clinch und Kevin Westenberg sehr gerne. Auch Terry Richardson finde ich fantastisch!
Was macht ein gutes Foto aus?
Wichtig ist, dass ein Foto beim Betrachter ein Gefühl hervorruft.
Haben Sie ein Lieblingsfoto?
Vielleicht das mit den beiden Plastikfeuerzeugen.
Fotograf – war das für Sie schon immer DER Sehnsuchtsveruf schlechthin, oder hatten Sie auch schon andere Zukunftswünsche?
Lottogewinner wäre eine Alternative … Ach nein, ich wollte schon in meiner Schulzeit nichts anderes, als Fotograf zu werden.
![]() Die amerikanische Singer-Songwriterin Simone White wurde von Sven Sindt mit Krawatte in Szene gesetzt – dennoch wirken die Bilder feminin und fragil |
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Wie haben Sie Ihr erstes eigenes Honorar angelegt?
Das weiß ich nicht mehr. Aber ich gehe mal ganz stark davon aus: nicht gut!
Was machen Sie, wenn Sie nicht arbeiten?
Dann schlafe ich!
Reisen Sie gerne?
Ich fahre immer gerne nach Dänemark rüber. Zugegeben, Hawaii und Neuseeland sind auch nicht zu verachten … Nur ist die Reise dorthin sehr zeitaufwändig.
Welches Buch würde sie auf eine so lange Reise mitnehmen?
„Messer“ von Till Lindemann.
![]() Das Foto vom Berliner Mariannenplatz besticht mit knallbunten Netzhautreizen |
![]() Hutliebhaber Roger Cicero hat auf diesem Motiv, das eigens für sein aktuelles Album „Artgerecht“ gemacht wurde, einen besonderen Exoten auf dem Kopf |
Wo trifft man Sie in Kiel?
Im Wald oder Park mit meinem Hund im Schlepptau. Abends bin ich viel unterwegs.
Gehen Sie gelegentlich auch auf Promi-Partys? Wie wild wird dort gefeiert?
So ab und zu. Eher selten. Und ich bin mir sicher: Ich kann wilder feiern!
Welche Musik hören Sie dabei?
Die Beatsteaks, Fun Lovin Criminals, und und und … Zudem natürlich Depeche Mode!
![]() Der Sprung auf dem Foto war eine Herausforderung – sowohl für die Band „Wir sind Helden“ als auch den Fotografen |
![]() Sängerin Lene Nystrøm (Aqua) |
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